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Der gute Geist des Unternehmens – Wie der Qualitäter die Unternehmenskultur signifikant verbessern kann

Der gute Geist des Unternehmens – Wie der Qualitäter die Unternehmenskultur signifikant verbessern kann

Wenn die Potenziale von Technik und Prozessen ausgereizt sind, wird der Faktor Mensch zum wichtigsten Stellhebel der Qualitätsverbesserung. Dementsprechend sind Führungskräfte und Qualitätsmanager mehr denn je gefordert, an ihrem Qualitätsbewusstsein zu arbeiten – und an dem ihrer Mitarbeiter. Dabei spielen die innere Haltung und das Auftreten der Qualitäter eine entscheidende Rolle.

In den Fehlerstatistiken vieler Unternehmen tauchen als Erklärung für diverse Qualitätsmängel, Reklamationen oder
Ausschuss hauptsächlich sogenannte „verhaltensbedingte Ursachen“ und Einzelfehler auf – ein gutes Zeichen, das zeigt, dass man methodisch und technisch bereits auf einem sehr hohen Niveau arbeitet. Bei der Analyse dieser Einzelfehler liegt zunächst die Schlussfolgerung nahe, Unternehmen müssten „noch mehr“ tun, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden: noch mehr Kontrolle, noch effizientere Methoden, noch genauere Prozessbeschreibungen, noch detailliertere Checklisten. Mehr als die Qualität fördern diese Maßnahmen in der Praxis jedoch etwas anderes: die Kreativität der Mitarbeiter, diese Kontrolle zu umgehen. Hier greift ein klassischer Grundsatz aus der Organisationsentwicklung: „Mehr desselben bringt keine neuen Ergebnisse.“ Im Grunde steckt hinter dem Wunsch nach mehr Reglementierung die Grundannahme, die größten Risiken gingen vom Mitarbeiter aus. In dieser Denkweise ist der Mensch das Problem, der Störfaktor, das Unvorhersehbare.

Doch was, wenn man den Risikofaktor in einen Erfolgsfaktor wandeln würde? Denn wer kennt die Arbeitssituation vor Ort, die täglichen Ärgernisse, Störungen und Fehlerrisiken besser als die Mitarbeiter? Um auf den Erfahrungsschatz ihrer Mitarbeiter zuzugreifen, setzen viele Unternehmen noch heute auf eine formelle Herangehensweise mit Fragenkatalogen und starren Methodenvorgaben, ohne zu bedenken, dass es dafür etwas anderes braucht: eine gesunde Unternehmenskultur sowie spezielle Kompetenzen von Führungskräften und Qualitätsmanagern.

Den gesamten Artikel von Claudia Metzger aus der QZ 10/2018 können Sie sich hier im PDF-Format ansehen und herunterladen.

Podcast „Führungskräfte und Mitarbeiter für die eigene Sache gewinnen“ – Interview zum Workshop beim WEKA-Qualitätskongress am 08.11.2018

Menschen für die eigene Sache gewinnen

Ein Qualitätsverantwortlicher erkennt die Notwendigkeit einer Veränderung im Unternehmen und möchte handeln, Vorstandschaft und Geschäftsführung unterstützen das Vorhaben, alle Führungskräfte-Kollegen ziehen am gleichen Strang und sämtliche Mitarbeiter lassen sich begeistert „ins Boot holen“. Dann klingelt der Wecker und der Traum ist vorbei…

Wie es tatsächlich gelingen kann, unterschiedliche Gruppen zu überzeugen, dass eine andere Fehlerkultur oder die Förderung von mehr Eigenverantwortung sich für das Unternehmen auszahlt und sich für alle persönlich lohnt, darüber spricht Claudia Metzger im Interview mit Q-Enthusiast Florian Frankl.

Sie knüpft hier an ihren letztjährigen Workshop beim Qualitätskongress an, wo es um die neue Rolle des Qualitäters ging, der neben der Produktqualität auch z.B. die Qualität der Führung, der Kommunikation, und des Informationsflusses ganzheitlich in den Blick nimmt,  der dafür sorgt, dass Schnittstellen zu Schnittmengen werden und der damit einen großen Beitrag zu mehr Effizienz und Profitabilität des Unternehmens leistet.  Auch 2018 ist sie mit einem Kompaktseminar beim Deutschen Qualitätsmanagement-Kongress in Wiesbaden vertreten. In diesem Podcast spricht sie vorab darüber,  welche Strategien, innere Haltung und Kommunikationsweisen hilfreich sind, um bei den verschiedenen Zielgruppen in der Organisation für die eigene Sache zu werben und sie beschreibt, wie Einstellungs- und Verhaltensänderung zur Qualität erfolgreich umgesetzt werden kann.

„Warum verhalten sich die Leute in einer Firma eigentlich so, wie sie sich verhalten?“ – zur Herausforderung beim Kulturwandel

Bernd Tagliebers Kommentar zu Johannes Thönnessens Beitrag „Hybride befördern – Warum das mit dem Kulturwandel vielleicht doch nicht so schwer ist“ auf Managementwissen online.

Verhalten & Kulturwandel

Warum machen es Mitarbeiter so wie sie es machen? Wie bei jedem Menschen und wie in jeder Organisation stellen sich Gewohnheitsmuster ein. Gewohnheiten haben die tückische Eigenschaft hoch automatisiert und weitgehend unbewusst abzulaufen.

Viele dieser Gewohnheiten sind tendenziell hilfreich. Energie (nachdenken, reflektieren, überlegen) wird eingespart. Alle Gewohnheiten sind das Ergebnis von Lernprozessen. Ein Beispiel: Mitarbeiter finden heraus, wie sie Aufmerksamkeit von ihrer Führungskraft bekommen und etablieren diesen Trigger nun zu einer Gewohnheit – funktioniert ja!

Müsste die Aufmerksamkeit der Führungskraft in eine andere Richtung gehen, ist ein „hinderliches Gewohnheitsmuster“ (ausgelöst durch eine persönliche Gewohnheit der Führungskraft) gelernt und diese verfestigt sich als Gewohnheit.

In der Regel finden sich eine Reihe zentraler hinderlicher Gewohnheitsmuster. Mehr als 5 oder 6 sollten aber nicht ins Visier eines Veränderungsvorhabens rücken.

Zuhören hilft ungemein beim Herausfinden der Verhaltensmuster die aus den Gewohnheiten resultieren. Damit ist allerdings der Automatismus der Gewohnheit noch nicht im Fokus. Hier muss man erst mal von Schuldzuweisungen abrücken und akzeptieren, dass alle da unbewusst mitspielen. „Nähkästchen-Interviews“ helfen, diese hinderlichen Gewohnheitsmuster zu identifizieren.

Um mit den hinderlichen Gewohnheitsmustern klar zu kommen, braucht es ein Lernprogramm für neue Gewohnheiten. Und das hat sehr viel mit Disziplin und Übung zu tun und braucht die volle Aufmerksamkeit der Führungskräfte und Mitspieler. Alle Menschen, auch Führungskräfte, haben ein paar Gewohnheiten, die hinderliche Resultate an Lernprozessen nach sich ziehen. Natürlich können Gewohnheiten durch das Austauschen von Menschen verschwinden. Aber damit verschwinden dann auch andere wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen. Manchmal wohl unumgänglich.

Zum Tag des Schlafes: „Schlafen all around the clock – Schlaf und Schichtarbeit“

Anlässlich des „Tags des Schlafes“, hat sich unser freier Mitarbeiter Dr. Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, Gedanken um Thema „Schlaf und Schichtarbeit“ gemacht. Nachfolgend finden Sie einige Auszüge, die vollständige Pressemitteilung der DGSM können sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Tag des Schlafes

Wer schläft, so die gängige Vorstellung, der arbeitet nicht, ist nicht wettbewerbsfähig. Denn die Konkurrenz schläft bekanntlich auch nicht. Maschinen sind in der Lage, rund um die Uhr zu arbeiten. Nur der Mensch zeigt vermeintliche Schwächen und braucht Schlaf. Frühschicht, Spätschicht, Nachtschicht. Die einen schlafen, die anderen bauen Autos am Fließband, schieben Dienst im Krankenhaus, fahren Taxi oder sorgen für die öffentliche Sicherheit.

Wir leben in einer 24 Stunden Non-Stopp Gesellschaft. Schichtarbeit ist auf dem Vormarsch. Derzeit arbeitet jeder sechste in Schicht oder schichtnahen Diensten. Tendenz steigend. Viele Studien legen die Vermutung nahe, dass der Schlaf im Drei-Schicht-System häufiger gestört ist als bei reiner Tagschicht. Nach einer aktuellen Studie der Techniker Krankenkasse leiden 40 Prozent aller Schichtarbeiter an schlechtem Schlaf. Dabei hat jede Schicht ihre spezifischen Auswirkungen auf den Schlaf.

Nach Nachtschichten ist die Schlafdauer am geringsten, zeigt mehr Unterbrechungen und weniger Tiefschlaf. Spätschichten sind bei den Mitarbeitern nicht sehr beliebt, da gearbeitet wird, wenn sich die Familie trifft und die Freunde ihren Hobbies nachgehen. Trotzdem entspricht das Schlaf-Wach-Muster bei Spätschichten bei vielen deren natürlichen Rhythmus. In der Folge ist der Schlaf oft am längsten und erholsamsten. Der Schlaf bei Frühschichten ist oft zu kurz. Viele haben Angst zu verschlafen und richten Ihren inneren Blick angespannt die ganze Nacht auf den Wecker. Die Folge ist oberflächlicher und weniger erholsamer Schlaf.

Kontinuierliche Schichten könnten gegenüber dem Wechsel in Dreischicht-Betrieben einen gewissen Vorteil bieten. Studien legen bei Dauernachtschicht oder Dauerspätschicht gegenüber der Tagschicht keine reduzierte Schlafmenge nahe. Insgesamt scheinen langsam rotierende Schichten zu einem längeren Schlaf zu führen als kurzrotierende Schichten. Nachteil ist aber, dass bei langsameren Schichtwechseln eher körperliche Adaptationsprozesse stattfinden, was für den Organismus belastender sein könnte. Grundsätzlich sind vorwärtsrotierende Schichten vorzuziehen. Sie weisen eine längere Schlafdauer auf. Bei rückwärtsrotierenden Schichten sind die dazwischenliegenden Pausen für ausreichend Schlaf, insbesondere bei Frauen die noch familiäre Verpflichtungen haben, häufig verkürzt.

Welche Faktoren beeinflussen die Schichtfähigkeit? Die Arbeitsorganisation, wie z.B. die Gestaltung flexibler Arbeitszeiten und eigenständiges und abwechslungsreiches Arbeiten haben einen positiven Einfluss auf die Schichtakzeptanz. Studien belegen keine eindeutigen Geschlechtseffekte, aber Männer könnten eine etwas höhere Schichttoleranz aufweisen als Frauen. Jüngere scheinen mit Schichtarbeit ebenfalls besser zurecht zu kommen. Mit zunehmendem Alter steigt der Schlafmittelkonsum und die Anzahl der Frühberentungen. Nachtschichten sind bei älteren Mitarbeitern trotz bester Bezahlung unbeliebter.

Der Chronotyp, ob Früh- oder Spätaufsteher, hat einen Einfluss auf die Schlaffähigkeit des Schichtarbeiters. Frühtypen schlafen bei Frühschichten bis zu einer Stunde länger und sind ausgeschlafener als Spättypen. Nach Nachtschichten haben hingegen Spättypen, was die Schlafdauer angeht, die Nase vorn. Sie schlafen länger als Frühtypen.

Neue Studien zeigen vielversprechende Lösungsansätze für den Schlaf der Schichtarbeiter: Verhaltensinterventionen und Präventionsprogramme im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsprävention zeigen bei Schichtmitarbeitern mit Tagesschläfrigkeit, Schlafmangel und Schlafstörungen positive Effekte auf den Schlaf, die Wachheit und die Schichtakzeptanz.

Zum Tag des Schlafes: „Schlaf, ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor“

Anlässlich des „Tags des Schlafes“, hat sich unser freier Mitarbeiter Dr. Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, Gedanken um Thema „Schlaf als bedeutsamer Wirtschafstfaktor“ gemacht. Nachfolgend finden Sie einige Auszüge, die vollständige Pressemitteilung der DGSM können sie hier als PDF-Datei herunterladen.

Tag des Schlafes

Für ein wirtschaftlich erfolgreiches Deutschland sind ausgeschlafene Mitarbeiter die Voraussetzung. Wer nicht ausreichend schläft hat ebenso ein erhöhtes Risiko für Unfälle am Arbeitsplatz und im Straßenverkehr. Gesunder Schlaf fördert aber nicht nur das Leistungsvermögen und die Produktivität am Arbeitsplatz, sondern auch die Gesundheit: Schlafmangel und Schlafstörungen erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und psychische Störungen, häufige Ursachen für Frühberentungen. Darüber hinaus wird bei chronischen Schlafstörungen ein erhöhtes Demenzrisiko vermutet.

Schlafstörungen sind in Deutschland immer weiter auf dem Vormarsch. Nach einer vor kurzem veröffentlichen Studie der DAK klagen mehr als 80% der Erwerbstätigen zwischen 35 und 65 Lebensjahren über Schlafprobleme. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Schlecht-Schläfer unter den Berufstätigen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und bei Schichtarbeit, so eine aktuelle Studie der Techniker Krankenkasse. 40 Prozent der Befragten im Schichtdienst beklagten eine schlechte Schlafqualität und immerhin die Hälfte davon hat weniger als 5 Stunden Schlaf. Besonders bei Früh und Nachtschichten ist der Schlaf zu stark verkürzt und hat negative Auswirkungen auf die Produktivität am Arbeitsplatz. 6% der Bundesdeutschen leiden gar an behandlungsbedürftigen Schlafstörungen. Je nach Studie können zwischen 1,1 und 1,9 Millionen Bundesdeutsche nicht mehr ohne Schlafmittel schlafen, sind an diese gewöhnt. Eine Abhängigkeit auf Rezept.

Die medizinische Versorgung von Menschen mit Schlafstörungen ist laut dem Vorsitzenden der DGSM, Alfred Wiater stark verbesserungsbedürftig. Wartezeiten von bis zu einem Jahr auf einen spezialisierten schlafmedizinischen Behandlungsplatz im Schlaflabor sind in Deutschland keine Seltenheit. Die schlafmedizinische Ausbildung wird in vielen Medizinberufen noch stiefmütterlich behandelt, was sich in der hohen Chronifizierungsneigung von Schlafstörungen ausdrückt. Rund 50 Prozent der Betroffenen leiden länger als drei Jahre, 25 Prozent sogar länger als zehn Jahre an einer Schlafstörung, so Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der DGSM.

Schätzungen gehen von einem Produktivitätsausfall für die deutsche Wirtschaft durch Schlafstörungen infolge Absentismus und Präsentismus am Arbeitsplatz von bis zu 1,6 Prozent des Bruttosozialproduktes aus. Internationale Studien lassen eine doppelt so hohe Rate an Arbeitsunfähigkeiten bei Mitarbeitern mit Schlafstörungen im Vergleich zu ihren ausgeschlafenen Kollegen vermuten. Nach der im Jahr 2016 veröffentlichen Rand-Studie, die für fünf OECD Staaten durchgeführt wurde, gehen der deutschen Wirtschaft jährlich ca. 60 Milliarden Euro durch Produktivitätsausfall und ca. 210.000 Fehltage am Arbeitsplatz infolge Schlafstörungen verloren.

Ebenso verlangt die Arbeitssicherheit ausgeschlafene Mitarbeiter. Laut Maritta Orth, Vorstandsmitglied der DGSM, haben Mitarbeiter mit nächtlichem Schnarchen und Tageschläfrigkeit ein 2,2fach höheres Risiko für Arbeitsunfälle. 66 Prozent der Arbeitnehmer, die schläfrig sind und auch Atemaussetzer im Schlaf haben geben an Schwierigkeiten zu haben, Ihre Arbeit zu verrichten, so Orth. 10.1 Prozent, die seit mindestens 12 Monaten an Schlafmangel leiden, geben an mindestens einen schläfrigkeitsbedingten Arbeitsunfall gehabt zu haben.

Nicht nur moderne internationale Unternehmen wie Google oder Facebook, sondern auch zunehmend viele deutsche Unternehmen haben die gesundheitsförderliche und leistungssteigernde Wirkung eines gesunden Schlafes erkannt. Sie bieten ihren Mitarbeitern im Rahmen der betrieblichen Prävention Gesundheitsangebote zur Förderung des Schlafes an.

Tag der Arbeitssicherheit 2018: 3 Erfolgsfaktoren für eine verantwortungsvolle Sicherheitskultur

Der Einfluss des menschlichen Verhaltens auf die Unfallstatistik eines Unternehmens ist unbestritten, wie man es zum Positiven beeinflussen kann, ist dagegen für viele Führungskräfte der schwierige Part im Job. Noch mehr Kontrolle, Vorgaben und Regeln führen leider oft nicht zum gewünschten Ziel des „idealen Mitarbeiters“, der mitdenkt, für sich und andere verantwortungsvoll handelt und aus tieferer Einsicht alle Sicherheitsvorschriften beachtet.

Unser Tipp: berücksichtigen Sie die drei sogenannten „psychologischen Grundhunger“ des Menschen und schaffen Sie damit eine konstruktive und zielorientierte Sicherheitskultur. Diese psychologischen Grundbedürfnisse nach Eric Berne werden griffig als „3 S“ zusammengefasst – Stimulation, Struktur, „Streicheleinheiten“/ Anerkennung. In Bezug auf Arbeitssicherheit bedeutet das konkret:

  • Schaffen Sie Stimulation und Anregung, indem Sie regelmäßig und immer wieder neue Impulse zum Thema Arbeitssicherheit in Ihr Team tragen. Das können Gespräche sein, aber auch eindrückliche Filme oder Erläuterungen zu Unfällen, die passiert sind, neue Aufgaben, die anstehen und die unter dem Aspekt Sicherheit besprochen werden und ähnliches. Das hält das Thema in der Aufmerksamkeit hoch, Sie zeigen, dass es Ihnen wichtig ist. Achten Sie aber stets darauf, dass bei solchen Runden niemand, der sich etwa unsicher verhalten hat, vorgeführt wird, sondern fragen Sie nach und richten Sie den Blick auf Lösungsvorschläge, erwägen Sie diese ernsthaft und begründen Sie, wenn Sie sich für ein anderes Vorgehen entscheiden. Nehmen Sie alle Beiträge ernst.
  • Es braucht immer wieder Anlässe und feste Termine, bei denen sich das Team mit dem Thema Arbeitssicherheit beschäftigt. Auch in der Art, wie Sie Klarheit und Orientierung durch verbindliche Regeln schaffen und konsequent und zeitnah auf Regelverstöße reagieren, schaffen Sie Struktur. Kennt jeder die Regeln? Wird unsicheres Verhalten angesprochen? Wichtig: seien Sie als Führungskraft Vorbild im Verhalten und ändern auch Sie etwas, wenn Sie auf unsicheres Verhalten aufmerksam gemacht werden. Bedanken Sie sich für Feedback.
  • „Nit g‘schimpft isch g‘lobt g’nug” – diese schwäbische Weisheit sollten Sie aus dem Zitatenschatz verbannen, denn das Gegenteil stimmt. Der Wunsch nach Anerkennung und Gesehen-werden ist zutiefst menschlich. Hier ist nicht nur das explizite Aussprechen eines Lobes gemeint: seien Sie ein Spiegel, in dem alle sehen, dass ihr Arbeitssicherheitsverhalten wahrgenommen wird. Erwähnen Sie immer wieder sicheres Verhalten, zeigen Sie sich begeistert, wenn sich jemand besonders engagiert, kümmern Sie sich um Anliegen und Ideen der Mitarbeiter. Ist deren Umsetzung mal nicht zeitnah möglich, geben Sie Rückmeldungen zum Zwischenstand. Behalten Sie den Umgang untereinander im Blick, lassen Sie nicht zu, dass jemand für Fehler oder für das Ansprechen von Kollegen bei unsicherem Verhalten ausgelacht oder vorgeführt wird.

Klingt schwierig? Ist es auch, denn es gilt, den Kampf gegen alte Gewohnheiten aufzunehmen. Die Belohnung stellt sich aber allmählich ein, in Form einer guten Lernkultur, in der die Teppiche ausgedient haben, unter die früher die Fehler gekehrt wurden.

Wo Interesse am Erfahrungsschatz der Mitarbeiter fehlt, geht Profitabilität verloren – Claudia Metzger bei der DGQ Rhein-Nahe

DGQ-Vortrag MZ Claudia Metzger

In dem Zuhörerkreis aus Qualitätsmanagern, die sehr angetan waren von Claudia Metzgers interaktiven Vorgehensweise (Zitat: „der beste Vortrag, den ich je gehört habe“), war man sich darüber einig, dass Qualitätskultur nicht zu trennen ist von der „umgebenden“ Unternehmenskultur. Wird daran erfolgreich gearbeitet, löst sich das Qualitätsmanagement letztendlich auf im allgemeinen „Besser werden“ des Unternehmens, und eine Steigerung von Effizienz und Profitabilität wird erreicht.

Viele bestätigten aus ihrer Praxis das Phänomen der gelernten Hilflosigkeit, das darin wurzelt, dass nach wie vor das Erfahrungswissen der Mitarbeiter zu wenig oder zu wenig authentisch abgeholt wird und Mitarbeiter nach einiger Zeit resignieren und das Mitdenken einstellen. Die Referentin zeigte mögliche Wege zu einer konstruktiven Lern- und Fehlerkultur auf und wie Strukturen aussehen, die es erlauben, diese im Alltag dauerhaft umzusetzen. Denn obwohl Begriffe wie wie wertschätzende Führung, konstruktive Fehlerkultur und Lernende Organisation seit Jahren in der Welt sind, bleibt die spannende Frage: woran merken Mitarbeiter, dass sich etwas verändert hat?

 

Buchveröffentlichung „Burnout vorbeugen“ von Bernd Taglieber und Steffen Räbricht

Unser Senior-Berater und ehemaliger Gesellschafter Bernd Taglieber hat zusammen mit Steffen Raebricht ein lesenswertes Buch zu einem Thema veröffentlicht, das auch uns ein wichtiges Anliegen ist.

Der Ratgeber, der sehr verständlich und praxisnah verfasst ist, eröffnet nicht nur burnout-gefährdeten Menschen vielfältige Möglichkeiten, wie sie gut mit ihren Energie-Ressourcen umgehen können, sondern richtet sich an alle, die es gar nicht erst zur völligen Erschöpfung kommen lassen wollen.

Da das Thema Gesundheitsprävention in den Unternehmen immer wichtiger wird, liefert das Buch auch für Führungskräfte interessante Impulse.

Wir freuen uns sehr, dass Bernd Taglieber einen größeren Leserkreis an seiner langjährige Erfahrung als systemischer Coach und Transaktionsanalytiker teilhaben lässt und legen Ihnen diese Lektüre ans Herz!

t&t unterstützt erneut die Edenkobener Tafel zu Weihnachten

Wie bereits im vergangenen Jahr, spendete t&t anstelle von Kundenweihnachtspräsenten an die Tafel Edenkoben.

Der Vorsitzende nahm die Gutscheine in einem Wert von 500,- Euro sehr gerne entgegen und bedankte sich bei den Vertretern der Unternehmensberatung t&t aus Hainfeld für ihr soziales Engagement. Diese Gutscheine werden besonders wertvoll für die Tafel, wenn die Lebensmittelspenden einmal knapp werden.

(Text: Edenkobener Tafel)

Der „neue“ Qualitätsmanager – Ein Rückblick zum Workshop beim Deutschen QM-Kongress

Das menschliche Verhalten in Bezug auf Qualität nicht nur als Problem sehen, sondern auch als Chance, Lösung, und als Einflussfaktor auf die Profitabilität, darum ging es beim ganztägigen Workshop von Claudia Metzger beim Deutschen QM-Kongress von WEKA.

Claudia Metzger im Interview:

Wer unter der QM Community hat sich denn besonders für dein Thema interessiert?

Die Teilnehmer kamen überwiegend aus der Produzierenden Industrie, es waren aber auch Journalisten da und generell Leute mit Interesse an neuen Trends. Es hat mich gefreut, dass es von der Teilnehmerzahl der zweitgrößte Workshop  nach dem Thema Agilität war. Das zeigt ja, dass der zwischenmenschliche Umgang und Kulturthemen in Unternehmen als großer Stellhebel gesehen werden.

Was war dein Fokus im Workshop?

Mein Anliegen war, dafür Verständnis zu wecken, dass Qualität  systemisch betrachtet und bearbeitet werden sollte. Was das konkret heißt, wurde im Workshop gemeinsam rausgefiltert: man schaut nicht nur auf den einzelnen Menschen als „Fehlerverursacher“, sondern man schaut sich an, welche Umstände dazu beitragen, dass Arbeit gut geleistet werden kann und Fehler vermieden werden.  Ich wollte den Teilnehmern deutlich machen, dass sich mit dieser Herangehensweise jeder QM als Förderer von Effizienz und Profitabilität zeigen kann. Natürlich ging es auch darum, wie man das große Rad drehen und einen Veränderungsprozess anstoßen kann.

Was haben die Teilnehmer als Herausforderungen in ihrer Arbeit beschrieben?

Die Probleme und Herausforderungen ähneln sich in vielen Organisationen:

Die Hierarchie hört nicht immer gern hin, wenn es um Qualitätsthemen geht. Viele QM machen die Erfahrung, dass im Alltag Qualität nicht wirklich das wichtigste Thema ist, sondern dass andere Ziele wie Produktivität, Durchlaufzeiten, Liefertreue und ähnliches mehr Priorität haben,  trotz häufig anderslautender Statements.  Wie im Cartoon bringt eben das Hühnerfangen mehr Prestige als das Zäune reparieren…

Hühner fangen statt Loch im Zaun stopfen

Vorstandsbereiche haben voneinander abweichende Ziele. Wenn z.B. der Einkauf die günstigsten Lieferanten sucht oder der Vertrieb utopische Liefertermine verspricht, muss die Produktion dadurch mit Bedingungen klarkommen, die nicht dem Qualitätsgedanken entsprechen.

Auch ein häufiges Phänomen: die  Nacharbeitsabteilung schafft ihre eigene Nachfrage, das fördert Bequemlichkeit, denn Verantwortung wird dahin verlagert.

Wie ist dein Workshop bei den Teilnehmern angekommen?

Wir sind gestartet mit der Frage „Wie kriegt man eigentlich die Qualität kaputt?“ – das hat zuerst irritiert und dann unglaubliche Energien freigesetzt, alles kam auf den Tisch. Ich hatte den Eindruck, dass es allen Spaß gemacht hat! Die Leute haben auch sofort verstanden, dass sie dieses „auf den Kopf stellen“ auch als Methode für sich im Alltag nutzen können, um mit Mitarbeitern auf eine andere Art ins Gespräch zu kommen, auf humorvolle, aber auch intensive und ertragreiche Weise.

Was war das Fazit ? Was glaubst du, haben die Teilnehmer mitgenommen?

Ein häufiges Fazit, das genannt wurde, war:  es lohnt sich, bei sich selber anzufangen, also z.B. einen neuen Umgang mit Fehlern zu erlernen, Fehler als Chance zu sehen, sich selbst gegenüber Mitarbeitern als neugierig und mit einer Lernhaltung zu zeigen.  Das Qualitätsthema ist geeignet, wie übrigens auch die Arbeitssicherheit, um als Zugmaschine auch weitere „Kulturthemen-Waggons“ in Fahrt zu bringen.

Die Herangehensweise, die ja an Stellschrauben wie Informationsfluss, Führungsverhalten, abteilungsübergreifender Zusammenarbeit, und Ähnlichem ansetzt, ist ein sehr gutes Argument, um  Qualitätsmanagement in der Organisation attraktiver zu „vermarkten“, denn am Ende steht eine Effizienzsteigerung und damit mehr Profitabilität.

Vielen ist auch klar geworden, dass man nicht gleich krampfhaft das ganze Unternehmen  umkrempeln muss, sondern dass man mit einem Einstellungs- und Verhaltensänderungsprozess wie EVprocess®Q am besten pilotartig startet. Wird der Erfolg sichtbar und erlebbar, wollen andere nachziehen, ein positiver Schneeballeffekt.

Was für Eindrücke hast du vom Rest des Kongresses mitgenommen?

Der Siemens-Vortrag zu Service-Qualität war sehr interessant. Außerdem fand ich, dass die Vokabeln „Agil“ und „disruptiv“ die häufigst gebrauchten waren – das treibt die Leute wohl um.

Im Abendprogramm hat mich Joey Kelly sehr beeindruckt, durch seine Präsenz und sein Lebensmotto „gib stets mehr als du nimmst“. Ich fand es spannend zu hören, wie man solche extremsportlichen Leistungen überhaupt erbringen kann, und für mich war die Essenz, dass es wichtig ist, plausible Ziele vor Augen zu haben, und dass alle Survival-Aktionen von einem Team getragen werden, wo man sich gegenseitig Respekt und Wertschätzung entgegenbringt und sich unterstützt.

Das passt 100% zu unserer Philosophie!