Monat: Juni 2009

ttt: Tipps, Trends, Themen vom Coach – Thema: „Sich im Detail verlieren“

In unserer neuen Rubrik „ttt: Tipps, Trends, Themen vom Coach“ erläutert Bernd Taglieber künftig häufige Fragestellungen aus seinen Coachingsitzungen und gibt Anregungen, die vielleicht auch für Ihren Alltag bereichernd sind.

Ausgangslage:

Menschen, die sich bei ihrer Arbeit im Detail verlieren und deren Aufgabenberg dadurch stetig wächst anstatt zu schrumpfen, begegnen einem Führungskräfte-Coach relativ häufig. Manche suchen sich selbst einen Coach, andere werden von ihrem Unternehmen gezielt „geschickt“.

Problembeschreibung seitens des Auftraggebers

Kommt der Anruf des Auftraggebers beim Coach an, so lautet die Beschreibung des Klienten meist recht ähnlich:

  • „Eigentlich ist er/sie ein Top-Mann/eine Top-Frau“. Fachlich super, liefert klare und gute Ergebnisse, ist engagiert, zielstrebig und hoch motiviert.“

Dann folgt das Aber:

  • „kann seine/ihre Führungsaufgabe nicht richtig bewältigen.“

Diese Beschreibung ist meistens geprägt von zwei Aspekten. Zum einen ist da die Sorge um die Arbeitsergebnisse, also die Befürchtung, dass wichtige Projekte/Aufgaben nicht ausreichend versorgt bzw. rechtzeitig fertig gestellt werden. Zum anderen fallen häufig Sätze wie „der schafft sich ja noch zu Tode“, als Ausdruck aufrichtiger Fürsorglichkeit.

Ausformung und Ursachen

Angesichts der ähnlich beschriebenen Ausgangslage könnte man leicht davon ausgehen, dass die Ausformung wie auch die Ursachen für dieses „sich im Detail verlieren“, „überarbeitet sein“ ähnlich lauten. Und damit im späteren Zuge eine Lösung „von der Stange“ angeboten werden könnte. Das wäre jedoch falsch. So individuell wie die Menschen selbst, sind in der Regel auch die Ursachen und Ausformungen.

Abhängig von der jeweiligen Persönlichkeit stellen sich die Muster und Ursachen des Klienten beispielsweise folgendermaßen dar:

  • Er ist bei Aufgaben und in seiner Rolle unsicher: Häufig mit diesen Themen konfrontiert sind beispielsweise junge Führungskräfte, also Menschen, die neu in ihrer Position sind und noch unsicher sind, wie sie ihre Rolle gestalten sollten oder die ihre Rolle noch nicht so ausfüllen, dass das Ergebnis stimmt.
  • Er kümmert sich selbst um Dinge, die er eigentlich delegieren sollte.
  • Nebensächlichkeiten stehen gleichwertig neben Hauptthemen: Er möchte jeder Aufgabe gerecht werden und kümmert sich intensiv um alle einzelnen Themen.
  • Er kann nicht Nein sagen, so dass eine permanente Überlastung entsteht.
  • Manche Menschen geraten nur in speziellen Situationen unter Druck, so beispielsweise, wenn sie im Licht der Öffentlichkeit stehen. Hier kommt es dann zu Teilausfällen aufgrund von Versagensängsten („Beschämungsängsten“).
  • Bei manchen Menschen treffen unterschiedliche Faktoren aufeinander: So stößt beispielsweise eine zeitliche Überforderung auf ein Fehlen von Methoden-Know-how, also eine Überforderung des Könnens bzw. des „Gewusst-wie“, was wiederum die zeitliche Komponente verschärft. Oder aber zur engen zeitlichen Kapazität stoßen noch unbeliebte Aufgaben oder heikle Punkte, die immer wieder nach hinten geschoben werden.
  • Einige Klienten schildern, dass sie sich in einem Entscheidungs-Dilemma zwischen Pest und Cholera befinden. Keine Entscheidungsrichtung wird als positiv empfunden, so dass diese Klienten nur einen Ausweg aus ihrer Zwickmühle sehen: Aktionismus als Fluchtweg aus Überforderungsgefühlen.
  • Manche sehen sich mit schwierigen Themen konfrontiert, die ihnen Angst und/oder Ärger bereiten und ihnen dadurch sehr viel Energie und Kraft rauben.

Fazit:

Sich in Details verlieren, seinen Führungsalltag nicht bewältigen können, überfordert sein – trotz relativ einheitlicher Beschreibung der Ausgangslage sind die Ursachen vielfältig. Daher muss im Einzelfall sehr genau nach den persönlichen Ursachen des Phänomens gesucht werden. Hier ist der Coach gefordert, mit dem Klienten die diversen Unterschiede herauszuarbeiten, um individuelle Lösungen für das Dilemma zu finden.

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EVprocess®A: Unfallraten senken – Gemeinschaftsleistung Arbeitssicherheit (Videoclip)

Gelebte Arbeitssicherheit – Unfallraten senken – Verantwortungsgemeinschaft stärken.

t&t hat mit EVprocess®A (Einstellungs- und Verhaltensänderung zur Arbeitssicherheit) ein erfolgreiches Konzept entwickelt, welches Firmen ermöglicht, nachhaltig Unfallraten und Ausfalltage zu senken.

Warum Firmen EVprocess®A einführen, wo der Prozess ansetzt und wo er wirksam wird, sehen Sie in folgendem Kurzinterview:

Link zu diesem Video auf YouTube

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EVprocess®A vom VDSI anerkannt

Sicherheitsfachkräfte erhalten künftig VDSI-Weiterbildungspunkte für ihre Teilnahme an verschiedenen t&t EVprocess®A Veranstaltungen.

Der Verband Deutscher Sicherheitsingenieure e.V. bestätigte im Mai 2009 die Eignung der Veranstaltungen für die fachliche Weiterbildung und gesteht, abhängig von ihrer Länge, bis zu vier Punkte pro Veranstaltung zu.

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Wenn der Schutzengel mal Pause macht – Cartoon des Monats Juni

Wenn der Schutzengel mal Pause macht

„Das ging grad nochmal gut!“ – Wie oft sind wir froh, einen Schutzengel an der Seite zu haben, auch in Unternehmen, die viel für die Arbeitssicherheit tun. Wenn der Schutzengel Pause macht, ist es wichtig, über alle technischen Lösungen hinaus im Betrieb eine Verantwortungsgemeinschaft zu leben, in der jeder für sich selbst und die Kollegen Schutzengel ist.

Mehr zum Thema „Einstellungs-und Verhaltensänderung in der Arbeitssicherheit“

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Erfahrungsbericht: Arbeitssicherheitsprozesse für KMU?

Im Zuge unserer Recherche nach dem Bedarf kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) für Beratungsprozesse zum Thema Arbeitssicherheit haben wir eine große Bandbreite von Antworten erhalten: Von verständlich bis erschreckend!

Einheitlicher Tenor war, dass Arbeitssicherheit schon sehr wichtig sei und man auf keinen Fall wolle, dass sich jemand verletzt. Deswegen halte man sich ja auch an alle Vorgaben der Berufsgenossenschaft. Bei genauerem Nachfragen erfuhren wir jedoch auch, dass z.B. die vorgeschriebenen Unterweisungen zwar durchgeführt würden, allerdings eher pro forma. Sprich: Es wird alle paar Wochen derselbe „Zettel“ verlesen und die Mitarbeiter hören schon gar nicht mehr wirklich zu. Oder der „Zettel“ wird noch nicht einmal mehr vorgelesen, sondern lediglich unterschrieben.

Arbeitssicherheit sei nur ab und zu ein wirkliches Thema, wenn die vorgeschriebene externe Sicherheitsfachkraft ihren Kontrollbesuch ankündigt. Kurz davor wird dann aufgeräumt….

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Berater-Modell / -Konzept des Monats: Auftrags-Muster

nach Steve de Shazer

Wenn Berater zu potentiellen Kunden kommen, erleben sie immer unterschiedliche Auftragsideen bzw. mehr oder weniger konkrete Auftragsanfragen.
Das ist prinzipiell nicht verwunderlich, da viele Situationen im Kundensystem sich als relativ komplex zeigen. Meistens wurden schon von unterschiedlichen Menschen, mehrere Lösungsversuche durchlaufen, welche aber nicht in die gewünschte Richtung führten.
Dabei geht auch fast immer eine unterschiedliche Art der Problem-Schilderung einher, also wie die Betroffenen das Problem sehen oder wie sie über das Problem (oder Herausforderungen) sprechen.
Längst wurden Hypothesen darüber gebildet, wer oder was der eigentliche Problemträger ist, wer mehr oder weniger verantwortlich ist und natürlich, wer sich, wie in Zukunft engagieren muss, damit das entstandene Problem nicht mehr auftaucht.

Das Konzept der „Auftrags-Muster“ gibt dem Berater 3 grobe „Brillen“ an die Hand, die ihm dabei helfen können, (durch z.B. zuhören und Fragen stellen) erste grundsätzliche Hypothesen über die Motivation, die Betroffenheit und das damit verbundene eventuelle, zukünftige Engagement der Problembeschreibenden zu erheben. Hierbei kann der Problembeschreibende eine Einzelperson oder eine ganze Gruppe sein. Bei Gruppen (z.B. alle Vorstände, …) sind natürlich Unterschiede in der Problembeschreibung (auch wenn es nur ganz feine sind) völlige Normalität.

Auftrags-Muster
Auftrags-Muster

Welche Art der „Auftrags-Muster“ beschreibt das Modell?

  1. Problembeschreibungen oder Auftragsanliegen vom Typus „Besucher“ sind Beschreibungen, denen man fast schon anmerken kann, dass der Beschreibende eigentlich noch kein „richtiges“ Problem sieht oder dass der aufgezeigte Lösungsversuch (z.B. Beratung, Teamentwicklung, …) „mal ganz interessant ist, aber …“, „schaun mer mal“, usw.
    Als unreflektierter Berater könnte man sich fragen: „Was will der/die eigentlich?“
  2. Problembeschreibungen oder Auftragsanliegen vom Typus „Beklagender“ sind relativ häufig und wenn wir ehrlich sind, entsprechen sie sehr oft auch unserem privaten Verhalten.
    Der Beschreibende erlebt ein Problem, sieht sich aber keinen Falls als Teil des Problems. Er sieht, dass andere etwas tun müssen, sich doch endlich bewegen sollen, sich ein Umstand endlich verändern soll. Dabei besteht die Gefahr, dass man als Berater nicht unbedingt auf das mitwirkende Engagement des Kunden bauen kann. Dieses ist aber in den meisten Fällen unabdingbar. Erste Auftrags-Ideen von Führungskräften, die sagen „meine Leute können das einfach nicht richtig, machen Sie mal was mit denen, dass das endlich funktioniert und melden Sie mir dann den erfolgreichen Vollzug“ sind recht häufig. Wer sich ein bisschen mit Führung beschäftigt weiß, dass man als Führungskraft fast immer Teil des bestehenden Problems ist und dann wäre es gut, man würde sich so auch verhalten und an der Veränderung mitarbeiten (Ähnlichkeiten zu Themen bei der Elternschaft sind rein zufällig…).
  3. Bei Problembeschreibungen und Auftragsanliegen vom Typus „Kunde“ lacht das Beraterherz. Schon in der Beschreibung und in der Sichtweise des Problems wird deutlich, dass sich der potentielle Auftraggeber auch als Teil des Problems erlebt und sich in dieser Weise engagieren will.

Wie schon gesagt, sind das natürlich alles nur Hypothesen und manchmal sogar nur „Berater-Bauchgefühl“, aber interessanterweise haben uns diese Hypothesen schon sehr oft geholfen, mehr Klarheit und Verbindlichkeit/Verantwortung im Kundensystem aufzubauen. Muss nicht funktionieren, kann aber.

Diese Rubrik „Berater-Modell / -Konzept des Monats“ soll aber auch und gerade den interessierten Lesern eine Anregung geben, mit diesen Modellen selbst bestimmte Situationen zu beleuchten und vielleicht dadurch, hier und da eine neue Sichtweise zu bekommen (Nähere Infos zu dieser Rubrik).
Wir stellen unseren Kunden z.B. das Modell „Auftrags-Muster“ fast immer zur Verfügung, weil wir wissen, dass es für unser gemeinsames Verständnis und damit für die erfolgreiche und zielgerichtete Auftragsgestaltung beiträgt.

Im Vertrauen gesprochen: Eigentlich hoffen wir natürlich, dass alle potentiellen Anfragen an uns, zukünftig vom Typus „Kunde“ sind, aber ehrlich gesagt wäre das vielleicht auch ein bisschen zu einfach.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

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Veranstaltungshinweis: Neue Wege zur effizienten Fabrik

Bernd Taglieber (Geschäftsführer t&t), leitet gemeinsam mit Ingo Hoepfner, MBtech Consulting GmbH, das zweitägige Intensiv-Seminar der Management Circle AG.

Termine:

  • 7. und 8. September 2009 in Frankfurt/M.
  • 29. und 30. September 2009 in Köln
  • 26. und 27. Oktober 2009 in München

Inhalt der Veranstaltung:
In diesem Seminar erfahren Sie, wie Sie nachhaltig Ihre Produkt-, System- und Prozessqualität steigern können! Experten mit langjähriger Praxiserfahrung geben Ihnen Strategien, Methoden und Instrumente für Ihre Roadmap to Efficience an die Hand. Lernen Sie, wie Sie Voraussetzungen für eine Erfolgs-Kultur durch motivierte und qualifizierte Mitarbeiter schaffen und Kosten und Zeitfresser durch konsequente Fehlerprävention und systematische Prozessoptimierung vermeiden.
Mit anschaulichen Beispielen und Praxisberichten der Festo AG & Co. KG und der Siemens AG Healthcare Sector – Gewinner „Die Beste Fabrik 2009”!

Nähere Informationen sowie die Möglichlichkeit zur Anmeldung finden Sie unter: http://www.managementcircle.de/09-61681i

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